Das Letzte Abendmahl bei Vollmond

Kurz vor Ostern werfen wir einen Blick auf die christliche Religion und stellen fest, dass es ein wichtiges Ereignis gibt, das bei Vollmond stattgefunden haben muss: das letzte Abendmahl von Jesus und seinen Jüngern. Geschichtlich betrachtet geht das Abendmahl auf das jüdische Pessachmahl zurück, das traditionell am Vorabend des Pessach stattfindet (Seder). Dieses Mahl wird am 14. Nisan gefeiert, der immer am ersten Vollmond nach der Tag- und Nachtgleiche – also dem Frühlingsbeginn – ist. So wurde später auch die Berechnung des Osterdatums festgelegt: »Ostern ist am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.«

In der Bibel heißt es im Markus-Evangelium zu den Vorbereitungen des Letzten Abendmahls: »Wo sollen wir das Passamahl für dich vorbereiten?« (Mk 14,12). Passa ist  ein Synonym für Pessach. Das Abendmahl war also ein Pessachmahl und fand damit an Vollmond statt.

Die Geschichte besagt weiterhin, dass an diesem Abend der Kuss des Judas stattfand, mit dem Jesus an seine Feinde verraten wurde und der zu seiner Festnahme führte. Auch bei diesem schicksalshaften Kuss war also Vollmond. Und in der Tat finden sich künstlerische Darstellungen des Judaskusses, die dies zeigen.

Es waren schwere Ereignisse in diesen Tagen, und wie so oft beim Blick in die Geschichte fragt man sich, zu welchen Taten Menschen fähig sind. Leider geben auch die Taten der Gegenwart nicht sehr viel Zuversicht, dass sich das irgendwann ändern könnte. Zu viel Unheil, zu viel Krieg und zu viel Unrecht geschieht um uns herum. Andererseits ist es aber auch eine wichtige Grundlage jeder Religion, die Hoffnung nicht aufzugeben und Vertrauen zu finden in das Gute. Der Glaube an das Licht und eine höhere Kraft gibt vielen Menschen Zuversicht.

Das Licht des Mondes begleitet uns. Es ist, wie es ist. Vielleicht können wir davon lernen.

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