Supermond. Alles super, oder was?

Der Mond umkreist die Erde. Es ist allerdings kein Kreis – wie einen das Wort »umkreisen« glauben lässt – sondern eine Ellipse, die sich noch dazu im Weltraum wie eine Art Spirale darstellt, weil ja die Erde zusammen mit dem Mond um die Sonne kreist. So kommt es, dass der Abstand zwischen Erde und Mond nicht gleich groß ist, sondern sich fortwährend verändert. Die Entfernung variiert dabei von ca. 357.000 km (nennt man Perigäum) bis ca. 406.000 km (nennt man Apogäum).

Wenn der Mond also beim Perigäum auf dem erdnächsten Punkt seiner Umlaufbahn ist, erscheint er für einen Betrachter auf der Erde größer als sonst und dadurch auch heller, weil mehr reflektiertes Sonnenlicht sichtbar wird. Die NASA beziffert den Unterscheid der Größenwahrnehmung zwischen Perigäum und Apogäum auf 14 % und den Helligkeitsunterschied auf 30 %. Nun muss man allerdings bedenken, dass sich der Abstand nicht plötzlich verändert, sondern kontinuierlich. Und dann sind das eben nur ein paar Prozentpunkte, die man kaum wahrnehmen kann, vor allem dann nicht, wenn der Mond hoch am Himmel steht und man keine Vergleichsgröße hat.

Wer also an diesem Supervollmond im März 2011, Mai 2012, Juni 2013 oder August 2014 auf das spektakuläre Ereignis wartet, wird wohl enttäuscht werden. Das Wort »Super« ist hier maßlos übertrieben. Wer würde einen Musiker als »Superstar« bezeichnen, der nur 7 % besser ist als der Durchschnitt und nur 14 % besser als sein schlechtester Konkurrent? Wir Menschen sind offenbar nur für das Großartige empfänglich, für die Superlative, für das Sensationelle und die einmalige Gelegenheit, die man unbedingt ergreifen muss. Vielleicht deshalb, weil unser Leben in der Regel das Gegenteil davon ist.

Fragen wir einen weisen Menschen nach einem glücklichen Leben, wird er uns nahelegen, dieses Glück im Ausgleich zu suchen, in der Mitte zwischen den Extremen. Natürlich gehören die Hoch- und Tiefpunkte mit dazu, aber die Erfüllung liegt in der Goldenen Mitte. So betrachtet ist der Mond ein absolutes Vorbild, denn er durchwandert die Extreme, ohne sich darin aufzuhalten, pendelt gleichmäßig durch alle Phasen. Das ist schon super!

Rubrik: Lesenswert, Sehenswert | 5 Kommentare | Kommentieren
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Kommentare

  • Das wirklich gute ist das die Formen die durchlaufen werden immer den Sicherheitsabstand zur Erde einhalten, ich habe letztes Jahr eine fiktive Geschichte gelesen was Geschenken könnte wenn dieser Abstand aus den Fugen gerät ohne die Erde zu berühren. sein wir froh über fiktiv.

  • Es gibt immer Unterschiede in der Betrachtung, ich denke aber, dass es ja um das glückliche Leben geht und wir das ja willentlich entscheiden können. Der Mond kann das nicht, ist klar (und das ist ja auch gut so). Aber Sinnbildlich sehe ich da schon ganz große Vorbildwirkung für jeden einzelnen.

  • Ich habe in den Tagen um den Vollmond herum keine gute Zeit:
    Schlafstörungen, nervös, depressiv, als wenn ein Stein auf meiner Brust läge

  • Bei Vollmond kann man soviele positive dinge Wünschen. Und die Energien sind stark in dieser Zeit,also Wünscht euch was Gutes.

  • Es gibt schon einen winzigen Unterschied in der Betrachtung über das angestrebte Mittel im Vergleich vom Mond zum Menschen… der Mond kann nichts dafür, dass er uns mal klein und mal groß erscheint, und er kann es auch nicht selbst beeinflussen. Insofern ist es mit der Vorbildfunktion ein bisschen schwierig :)

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