Der Mondkalender des Islam

Wir leben unser weltliches Leben in der Regel nach einem sogenannten Sonnenkalender, dem Gregorianischen Kalender, der seit dem Ende des 16. Jahrhundert unsere Zeitrechnung bestimmt. Der größte Vorteil eines Solarkalenders ist seine Verbindung zu den Jahreszeiten: im Sommer ist es warm, im Winter kalt, so sollte es zumindest sein … manchmal spielt das Wetter bekanntlich verrückt und im Sommer lässt der Sonnenschein auf sich warten, während im Winter der Schnee ausbleibt. Die Jahreszeiten sind verknüpft mit den Monaten des (Sonnen-)Kalenders.

Vollkommen anders ist das beim Mondkalender, dessen Zeitrechnung sich nach dem Mondzyklus richtet und der damit vom Sonnenkalender abweicht. Ein Mondmonat dauert etwa 29,5 Tage, ein Mondjahr damit etwa 354 Tage, also 11 Tage kürzer als das Sonnenjahr mit 365 Tagen. Somit verschieben sich die Monate des Mondkalenders durch die Jahreszeiten.

Der Mondkalender ist auch heute von großer Bedeutung, zum Beispiel im Islam. Hier wir der Monatsanfang auf den Tag festgelegt, an dem die Mondsichel nach dem Neumond wieder gesichtet werden kann. Dieser Zeitpunkt – auch »Neulicht« genannt – wird mit der bekannten dünnen Mondsichel dargestellt, die auf vielen Moscheekuppeln und Flaggen zu sehen ist. Durch die Monatslänge von 29 bzw. 30 Tagen wandern die (Mond-)Monate durch das (Sonnen-)Kalenderjahr. Jeder islamische Monat kann damit im Verlauf der Zeit in jeder Jahreszeit stattfinden. In diesem Jahr (1432, islamisch) begann beispielsweise der Fastenmonat Ramadan am 1. August und endete am 29. August (Neumond). In 16 Jahren wird er im Februar/März stattfinden.

Nun kommt eine faszinierende Tatsache: Wenn ein Muslim oder eine Muslima bei Vollmond geboren wurde, wird für ihn oder sie an jedem Geburtstag Vollmond sein! Denn jede Mondphase wiederholt sich innerhalb des islamischen Kalenders zum gleichen Zeitpunkt des entsprechenden Mondmonats. Was für ein Geburtstagsgeschenk!

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es im Koran heißt, dass sich die Gläubigen weder vor der Sonne, noch vor dem Mond anbetend niederwerfen sollen, sondern vor Allah, Der sie erschaffen hat und Den sie verehren möchten (Sure 41, Vers 37). Dies erscheint weise bei der Tendenz des modernen Menschen, alles, was ihm begegnet und ihn begeistert, übermäßig zu verehren, anstatt sich auf seinen Glauben zu besinnen. Diese Rückbesinnung auf Gott vereint die großen Weltreligionen.

Jeder, der sich mit dem Mond oder insbesondere dem Vollmond beschäftigt, lebt auch ein Stück mit dem Mondkalender und fühlt den Zauber dieses besonderen Rhythmus.

Rubrik: Lesenswert, Sehenswert | 5 Kommentare | Kommentieren
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Kommentare

  • Ich möchte Fragen Miene idedet Anfang am 17 jeaunver wie lange ich darf nicht hiearten

  • “…Der größte Vorteil eines Solarkalenders ist seine Verbindung zu den Jahreszeiten: im Sommer ist es warm, im Winter kalt, so sollte es zumindest sein …” ich denke mal das dies nicht der wirklich Vorteil ist… das es Orte auf dieser Welt gibt, die keine 4Jahreszeiten durchlaufen…sondern eben nur zwei oder gar nur eine….
    aber ansonsten danke

  • Wann soll nach dem islamischen mondkalender und dem glauben z.b. mit dem hausbau begonnen werden? Eher in der vollmondphase oder im absteigendem zeitraum?

  • Danke für Deinen informativen Beitrag ;-)

  • Alhamduuuuuuuuuuulillaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah….

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