»Der beerdigte Mond«

Wir greifen nochmals in die Schatzkiste der altenglischen Geschichten und finden das Märchen »The Buried Moon« oder auch »The Dead Moon«. Das Stück wurde 1894 von dem australischem Historiker Joseph Jacobs in einer Märchensammlung veröffentlicht, hat aber seinen Ursprung wie alle Volksmärchen weiter zurückliegend und wurde mündlich über die Jahrhunderte weitererzählt.

Die Geschichte spielt sich in Carland ab, im Norden Englands, wo es ausgedehnte Moorlandschaften gab. Man sagt, dass damals der Mond die Wanderer sicher durch das Moor geleitete. Wenn er aber nicht schien, kamen dunkle Kreaturen zum Vorschein, die Angst und Schrecken verbreiteten. Dies kam dem Mond zu Ohren und er beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Er verhüllte sich mit einem Umhang, fiel in einen Moortümpel und blieb dort hängen. Der Mond versuchte sich zu befreien, half dabei auch einem in Not geratenen Mann, wurde aber schließlich von den dunklen Kreaturen unter einem Stein gefangen gehalten.

Als daraufhin der Mond nicht mehr aufging, wunderten sich die Menschen und der gerettete Mann berichtete von seinem Erlebnis, woraufhin die Menschen loszogen, um den Mond zu befreien. Dies gelang ihnen und so konnte der Mond wieder am Himmel erscheinen und alle bösen Geister vertrieben werden.

Dieses Märchen ist ein schönes Beispiel, wie der Mensch gemeinsam und im Glauben an die Natur seine Ängste überwinden kann. Ein Teil dieser Zuversicht erfüllt uns auch heute noch, wenn wir ins Vollmondlicht blicken.

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