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Werwolf


Gespannt wartete ich Nacht um Nacht vor meinem Fenster, welches gleichzeitig das große Tor in den Nachthimmel ist. Und jeden Tag wurde das Verlangen in mir größer, bei Vollmond einen Mitternachtsspaziergang zu machen, auf den höchstmöglichen Punkt zu steigen und den Mond anzuheulen. Ich bemerkte, dass ich immer süchtiger nach dem Vollmond wurde. Unter anderem fing ich an, Wände zu zerkratzen, wann immer ich konnte, ich begann gelegentlich zu fauchen und zu brüllen und in meinen Träumen rannte ich auf allen vieren. Ein gutes Gefühl und absolut unaushaltbar für mich, dass ich das in der Realität nicht konnte. Werwölfe übten schon immer einen ganz besonderen Reiz auf mich aus, ich klickte mich gelegentlich zum Spaß durch Persönlichkeitstests "Werwolf oder Vampir?", mein Ergebnis ist nicht schwer zu erraten.

Dann endlich war es soweit. 28. Februar 2010. Mitternacht. Ich packte meine Schlüssel, hüllte mich in Schwarz, verbarg mein Gesicht hinter meinen Haaren und einer Art "Kriegsbemalung" und rauschte aus dem Haus ... Hinein in die schwarze Nacht, aus der dieses wunderschöne weiße Mondlicht hervorbrach. Der Mond sah sehr klein aus, doch zog er mich an wie nie zuvor. Ich schlich um die Gebäude herum, hockte mich immer wieder hin und lauschte. Irgendeine Person lief hinter mir her und hustete. Also erweiterte ich meine Kreise und schlich mich durch die Nachbarschaft, bis er schließlich weg war. Ich kletterte auf allen Vieren die ersten Stufen hoch, dann die nächsten. Ich verharrte eine Weile dort und genoss die Aussicht. Allerdings befand sich der Mond nun nicht mehr in meinem Blickfeld. Die nächste Treppe wurde in Angriff genommen und nach ein paar weiteren Leitern, befand ich mich endlich dort, wo ich hin wollte. Drei Sattellitenschüsseln, ein Haufen Kieselsteine und ... der freie Vollmond. Das Heulen wanderte von meiner Kehle über die Dächer. Herrlich dort oben auf dem Dach des Einkaufszentrums. Ich wollte nicht mehr weg. Erneut heulte ich in die Nacht hinein und fühlte mich lebendig, wie nie zuvor.


Zarkha



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