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Vollmond-Kuss


Damals war ein Kuss noch alles, was man sich ersehnte. Ich war zwölf und wusste nichts von der Liebe, außer, dass es mich in jeden Ferien erwischte. Ich war nicht besonders von mir überzeugt, eher davon, dass die Mädchen wohl niemals ahnen würden, welche Gefühle mich aufwühlten. So war ich still und beobachtend, teilte meine Gedanken mit niemandem. Nur mein Tagebuch wusste ein wenig davon ...

Es war Sommer und es war Zeltlager. Und da war es wieder: dieses eine, besondere und in diesem Sommer auserwählte Mädchen. Und wieder war es mein Geheimnis, dass ich sie anbetete und niemand davon wusste. An einem Abend beschlossen wir mit der Gruppe die Nacht in einem Heuschober zu verbringen. Wir waren wirklich Kinder und es war ein echtes Abenteuer. Für die Jungen ging es vor allem darum, vom obersten Balken ins Heu zu springen und mächtig Eindruck bei den Mädchen zu hinterlassen. Die seltsamerweise eher zusammen kicherten, als dem Spektakel viel Aufmerksamkeit zu gönnen. So tobten wir uns aus bis wir erschöpft in die Schlafsäcke fielen. Dann wurden im Dunkeln Geschichten erzählt. Geistergeschichten natürlich. Und Liebesgeschichten ...

Und ich lag neben ihr, der Sehnsucht meiner Tagträume. In der Wand des Schobers fehlte ein Brett und man sah nach draußen auf die Weide, auf die ein silberner Vollmond schien. In der Ferne der Waldrand und davor ein großer Baum auf freiem Feld. Ich spürte Ihren Atmen neben meinem Ohr. Ich drehte mich zu ihr und blickte in ihr seitlich vom Mond beschienenes Gesicht. Dann gab ich meinem Herz einen Ruck und küsste sie. Ganz sanft nur und behutsam. Ihre Lippen waren samtweich und es war mir so, als würde sie mich gleichzeitig küssen. Ich legte meinen Arm um sie und wir blickten beide hinaus in die vollmondbeschienene Nacht. Ich glaube ich war noch nie in meinem Leben so glücklich gewesen wie in diesem Moment. Einfach magisch. Und ich glaube ich begann zu empfinden, was die Liebe bedeutet. Einen Funken davon ...


Tobias F.



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