»Soll ich Dir den Mond schenken?«

Es gibt Filme, die im Olymp wohnen. Der Film »Ist das Leben nicht schön?« von Frank Capra aus dem Jahr 1946 gehört dazu. Bei seiner Veröffentlichung, kurz vor Weihnachten des besagten Jahres, war dies allerdings noch nicht der Fall. Der Film war kommerziell ein Misserfolg und wurde erst einige Jahrzehnte Jahre später zum Kultfilm. Heute wird die Geschichte über George Bailey (gespielt von James Stewart), der in einer amerikanischen Kleinstadt viel Gutes tut, am Weihnachtsabend mit seinem Schicksal hadert und schließlich durch die Begegnung mit einem unkonventionellen Engel den Wert des Lebens erkennt, als einer der besten Filme der Filmgeschichte gesehen.

Es gibt neben den brillanten Schauspielern noch einen Darsteller, dem in diesem Film ein Denkmal gesetzt wurde: der Vollmond. In einer Szene begegnet George seiner späteren Frau Mary (gespielt von Donna Reed). Sie unterhalten sich, singen und scherzen zusammen. Dann stellt er ihr die berühmte Frage, ob er ihr den Mond mit einem Lasso vom Himmel holen soll:

George: »Was wünschst Du Dir? Soll ich Dir den Mond holen? Du brauchst es nur zu sagen, dann nehme ich ein Lasso und hol ihn Dir vom Himmel runter. Das ist doch mal was anderes. Soll ich Dir den Mond schenken?«

Mary: »Ja gern … und was dann?«

George: »Dann brauchst Du keine Lampe mehr. Der Mond leuchtet nur für Dich allein. Du wirst niemals mehr im Dunkeln sein, und Deine Haare und Deine Augen werden immer so glänzen wie jetzt.«

Wenn man die deutsche Fassung mit der englischen Originalfassung vergleicht, sieht man, dass George im deutschen Text eher romantisch klingt, während er in der englischen Version eher scherzhaft bleibt:

George: »What is it that you want, Mary? What do you want? You … you want the moon? Just say the word and I’ll throw a lasso around him and pull it down …. hey, that’s a pretty good idea. I’ll give you the moon, Mary.«

Mary: »I’ll take it … then what?«

George: »Well then you could swallow it. And it all dissolves, you see. And the moon beams shoot out of your fingers and your tows and the ends of your hair.«

Mit dieser Szene wird der Vollmond, seine Unerreichbarkeit und gleichzeitigen Nähe zum Menschen auf wunderbare Weise dargestellt. Wünschen wir uns nicht alle manchmal, das Unmögliche möglich zu machen?

Rubrik: Lesenswert, Liebenswert, Sehenswert, Unbeschwert | 1 Kommentar | Kommentieren
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Kommentare

  • Romantisch

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