Der Mond und die Gezeiten (Ebbe und Flut)

Es ist allgemein bekannt, das Ebbe und Flut durch die Gezeitenkräfte verursacht werden, welche durch die Anziehungskräfte zwischen Erde und Mond (und auch zwischen Erde und Sonne) entstehen. Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, dass der Mond die Wassermassen der Ozeane bewegt. Bei Vollmond und Neumond stehen Sonne, Mond und Erde annähernd in einer Linie, somit sind dann die Kräfte größer und verursachen sogenannte Springfluten, also eine etwas erhöhte Flut. Nun folgern viele Menschen daraus, dass der Mond – und insbesondere der Vollmond – demnach auch uns Menschen bewegen und beeinflussen müsse, da unsere Körper zum Großteil aus Wasser bestehen. Dass diese Behauptung mehrere Denkfehler enthält, möchten wir im Folgenden gern erläutern.

Zunächst nochmals ein paar Worte zu Ebbe und Flut: Der Anstieg und Abfall des Meeresspiegels wird also durch die Anziehungskräfte verursacht, die vom Mond und von der Sonne auf die Erde wirken. Durch diese Kräfte werden die Wassermassen der Ozeane quasi verformt und verändern dadurch ihre relative Höhe an den Küstengebieten. Das Wasser wird also verschoben. Diese Wasserbewegungen finden kontinuierlich statt und zwar mit einem Rhythmus von etwa 12 Std. 26 Min. für »einmal Ebbe & Flut«.

Wenden wir uns nun dem Gedanken zu, dass der Mensch vom Mond beeinflusst werden könnte, da er ja überwiegend aus Wasser besteht.

Gegenargument 1
Ein Mensch ist kein Ozean
Angenommen, ein Mensch hat ein durchschnittliches Körpergewicht von 70 kg und 70 % Wassergehalt, dann sind dies ca. 50 Liter Wasser pro Mensch. Demgegenüber stehen geschätzte 1,38 Trilliarden (1,38 x 10 hoch 21) Liter Wasser in den Ozeanen. Das ist unvorstellbar viel Wasser. Wenn wir also die Kräfte betrachten, die von anderen Himmelskörpern auf unseren Körper wirken, sind diese unglaublich winzig. Das wäre so, als würde der Bruchteil eines Staubkorns auf unsere Schulter fallen …

Gegenargument 2
Körper ist nicht identisch mit Psyche
Angenommen, ein Mensch würde diese minimale Kraft spüren und die Verschiebung des Wassers in seinem Körper um den Bruchteil eines Millimeters, wieso sollte er sich deshalb besser oder schlechter fühlen? Alles in unserem Körper ist ohnehin ständig in Bewegung: Blutkreislauf, Stoffwechsel, Atmung, Verdauung … das hat alles bedeutend mehr Gewicht.
Übrigens: Wer wegen eines Staubkorns niedergeschlagen ist, sollte eventuell bei Gelegenheit einen Arzt aufsuchen. ;-)

Gegenargument 3
Ebbe und Flut gibt es jeden Tag
Angenommen, wir würden die Kräfte des Mondes auf das Wasser in unserem Körper spüren, dann dürfte dies nicht nur bei Vollmond der Fall sein, sondern ebenso bei Neumond und auch an jedem anderen Tag fast ebenso stark.

Summa summarum wird deutlich, dass der Gedankengang eines Zusammenhangs zwischen dem Mond und dem Wasser in unserem Körper nicht zu überzeugenden Ergebnissen führt. Man kann feststellen, dass wir uns aus anderen Gründen vom Mond angezogen fühlen. Er ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens, aber nicht deshalb, weil wir aus Wasser bestehen.

Rubrik: Lesenswert | 9 Kommentare | Kommentieren
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Kommentare

  • langweilig und nicht weiter helfend

  • Ist der Meereshub der Ozeane ausdehnungsweise und massengewichtig erfasst worden?

    • Das kann man wahrscheinlich beides annähernd berechnen.

  • ganz schön viel scheinwissen hier in dem artikel enthalten. naja unsere gesellschaft besteht aus einem grossenteil von leuten die meinen logig sei gleich wahrheit. theorin über theorin wer sich darauf einlässt wird in den struddel hinein gesogen, nichts gegen ungut, aber es dient uns nicht uns so gegenseitig zu hintergehen immer hin sind wir hier gemeinsam auf dem planeten. wer wahrheit haben will muss sie für sich selber erforschen und in einklang mit der umgebung kommen. nur so ist einer der wege um zur wahrheit zugelangen. also nicht denken sondern fühlen und still hinhören. habe ich schon selbst erlebt besser als jedes irdisches vergnügen.

    • Unsere Gesellschaft besteht leider zum Großteil aus Leuten wie dir, die mit Logik nicht zu überzeugen sind weil es ihnen an eben dieser mangelt.
      Sich auf eine Theorie (ja das wird mit “ie” geschrieben) einzulassen bedeutet auch sie zu verstehen, aber das ist ja wohl zuviel verlangt wenn man genauso gut alles was man seit der 5. Klasse im Physikunterricht nicht verstanden hat als Scheinwissen bezeichnen und durch irgendwelchen vergeistlichten Stuss aus der Zauberkiste ersetzen kann.

  • Danke für immer wieder neue und
    Interessante Berichte. Weiter so.

  • Das silbrig, fahle Licht in einer klaren Vollmondnacht gibt uns den Blick frei auf unsere Gedanken die sonst im dunkeln verborgen liegen. Dem einen gefällt das dem ändern eben nicht.

    • Wie wahr …… wie unglaublich wahr …

  • Sehr humorig! Interessant wären nun noch die “anderen Gründe”… :-)

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