Selenografie – Landkarten vom Mond

Blickt man auf den Mond, kann man mit bloßem Auge die Flecken auf seiner Oberfläche erkennen, die als Mondmeere bezeichnet werden und die die Fantasie der Menschen seit jeher beflügelt haben. Es handelt sich dabei um geschmolzenes Gestein, das bei der Entstehung des Mondes an die Oberfläche trat und dort erstarrte. Sieht man etwas genauer hin und nimmt ein Teleskop zur Hilfe, erkennt man Berge und Täler und eine Vielzahl von Kratern. Kurzum: Es sind Landschaften, die unserem Mond sein Gesicht geben.

Es liegt nahe, diese Landschaften in Form von Karten festzuhalten. Analog zur Geografie, die die physikalische Beschaffenheit der Erde beschreibt und in Karten darstellt, gibt es für den Mond die »Selenografie«, benannt nach der griechischen Mondgöttin Selene. Dabei wird die Mondkugel genauso wie die Erde in Längen- und Breitengrade aufgeteilt. Es gibt also auch einen Mondäquator und zwei Pole.

Als Begründer der Mondkartografie gilt der polnische Astronom Johannes Hevelius (1611–1687), der auf den Dächern seiner Häuser in Danzig in seinem Observatorium die Mondoberfläche studierte und daraufhin 1647 die »Selenographia sive Lunae Descriptio« (Selenografie oder die Beschreibung des Mondes) veröffentlichte. Er zeigt darin eine große Anzahl von detaillierten Mondkarten, die aufwendig als Kupferstiche umgesetzt wurden und sich kritisch mit den früheren Ergebnissen von Galileo Galilei (1564–1642) auseinandersetzen. Hevelius’ Werk setzte Maßstäbe in ästhetischer wie auch in wissenschaftlicher Hinsicht.

In den folgenden Jahrhunderten folgten viele neue und immer detailliertere Mondkarten, die natürlich auch mit der Verbesserung der optischen Instrumente möglich wurden. Durch die gebundene Rotation des Mondes um die Erde ist dabei übrigens für den Betrachter auf Erden immer nur die Vorderseite des Mondes sichtbar, Bilder von seiner Rückseite konnten Menschen erst durch Raumsonden und Weltraummissionen sehen.

Die Selenografie ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie sich der Mensch mit seinem natürlichen Bedürfnis nach Wissen und Erkenntnis der Natur nähern kann, ohne sie zu berühren oder zu verändern. Wenn wir auch mittlerweile Autos auf dem Mond geparkt haben und in kühnen Gedanken von einem Hotel auf dem Mond träumen, wird der Mond doch bleiben wie er ist.

Rubrik: Lesenswert, Sehenswert | 2 Kommentare | Kommentieren
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Kommentare

  • Liebes Team, ich habe bei euch gelesen daß am 31.8. Vollmond sein soll, doch gerade habe ich draussen gesehen daß der Mond bereits wieder zunehmend ist. Ich habe auf einem anderen Kalender gesehen daß der Vollmond bereits am 17.8.2012 war, ich denke ihr habt irgendwo einen Fehler gemacht, viele Grüße Helga!

    • Liebe Helga,
      unser Vollmondkalender ist schon korrekt, am 31.08.2012 ist Vollmond! Was Sie am 17.08.2012 im Kalender gesehen haben, war der Neumond.
      Mit dem zunehmenden Mond, der aktuell am Himmel steht, passt es auch, denn wenn der Vollmond in 9 Tagen ist, dann muss der Mond bereits zunehmend sein.
      Viele Grüße!

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