Nächtliche Malerei mit Petrus van Schendel

Wir hatten bereits über die romantische Malerei der deutschen Maler Caspar David Friedrich (1774–1840) und Philipp Otto Runge (1777–1810) berichtet. Und auch der englische Maler William Turner (1775–1851) hatte das Mondlicht im Programm. Hier blicken wir eine Generation weiter und finden den niederländisch-belgischen Künstler Petrus van Schendel (1806–1870), dessen Spezialität nächtliche Mondschein-Szenen waren. Was ihn von seinen Vorgängern und Kollegen unterschied, war, dass gerade seine Darstellung des nächtlichen Lichts ihm Bekanntheit und nicht unbeträchtlichen finanziellen Erfolg einbrachte (was für viele Maler nicht selbstverständlich war).

Petrus van Schendel besuchte die Antwerpener Akademie der Bildenden Künste und arbeitete zunächst als Porträtmaler. Er schuf auch religiöse Historienbilder, wandte sich aber bald dem typischen Genre der mondbeschienenen Szenen zu.

Seine Bilder zeigen oft Situationen aus dem städtischen Leben, wie zum Beispiel Marktszenen, in denen er eine Mischung aus künstlichem Licht (meist Kerzen oder Öllampen) und dem natürlichen Mondlicht darstellte und damit das gelbliche Kerzenlicht dem kühlen Mondlicht gegenüberstellte. Der dadurch entstehende Farbkontrast gibt diesen Bildern auch heute noch eine faszinierende Ausdruckskraft (die dargestellten Szenen selbst sind heute nur noch wenig beeindruckend und wirken doch recht brav und beschaulich). Wie aber das Licht in den Gesichtern der Akteure reflektiert wird, war sozusagen das große Kino der damaligen Zeit.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt einmal mehr, dass der Mond die Menschen von jeher begleitet und fasziniert hat.

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