Das Mondbein

Es gibt tatsächlich einen Knochen im menschlichen Körper der »Mondbein« genannt wird. Zugegebenermaßen gehört er nicht zu wichtigsten der 206 Knochen, die ein erwachsener Mensch mit sich herumträgt, aber allein der Name macht ihn doch bemerkenswert. Das Mondbein ist einer der acht Handwurzelknochen, also die Knochen, die die Hand mit dem Unterarm verbinden. Seinen Namen erhielt das Mondbein (lat.: os lunatum) aufgrund seiner sichelartigen Form.

Wahrscheinlich spüren die wenigstens Menschen diesen Knochen, es sei denn, er funktioniert nicht so, wie er es sollte. Es gibt übrigens eine spezifische Krankheit, die dem Mondbein zugeordnet werden kann, die Lunatummalazie oder Morbus Kienböck – nach seinem Entdecker, dem österreichischen Röntgenarzt Robert Kienböck (1871–1953) benannt. Dabei kommt es zu einem Absterben und der Auflösung des Mondbeins, was mit starken Schmerzen und einem teilweisen Verlust der Beweglichkeit des Handgelenks verbunden ist. Man spekuliert über die Ursachen, möglich sind traumatische Erschütterungen, wie sie beispielsweise bei der Benutzung eines Presslufthammers passieren können.

Das Mondbein ist ein schönes Beispiel, wie der Mensch in der Wissenschaft in alten Tagen die ihn umgebende Natur oder das Universum in die Namensgebung einbezogen hat. Heutzutage würde das Mondbein wahrscheinlich als Knochen »K137« bezeichnet werden. Früher war das anders. Und so können wir alle heute sagen: Wir haben den Mond in unseren Händen.

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