Die GRAIL Zwillings-Mondsonden

Eine Sonde ist ein unbemanntes Flugobjekt, mit dem man den Weltraum erkunden kann. Anders als ein Satellit umkreist eine Sonde nicht die Erde, sondern fliegt zu anderen Himmelskörpern, die sie dann auch umkreisen kann, man nennt sie dann Orbiter. Zwei von diesen Sonden sind seit 10. September 2011 unterwegs zum Mond, um diesen mit noch nie dagewesener Genauigkeit neu zu vermessen. Die GRAIL Mondsonden haben zum Jahreswechsel 2011/12 planmäßig die Umlaufbahn des Mondes erreicht und sind nun bei der Arbeit, bis sie irgendwann auf der Mondoberfläche zerschellen werden. In der Zwischenzeit werden sie aber jede Menge Daten an die Erde geschickt haben.

Man muss sich das einmal vergegenwärtigen: Da fliegen zwei Geräte (in der Größe eines Kühlschranks) durch das All und wir sitzen hier auf der Erde und betätigen die Fernbedienung. Ist das nicht faszinierend? Der Mensch macht schon verrückte Sachen …

Was machen diese Sonden nun? Sie kreisen in einer Höhe von ca. 50 km um den Mond (für einen Umlauf benötigen sie 113 Minuten), fliegen mit einem Abstand von ca. 200 km hintereinanderher und messen das Schwerkraftfeld des Mondes. Damit kann man dann Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Mondoberfläche und auch des Mondinneren ziehen und somit viele neue Erkenntnisse gewinnen, unter anderem über die Entstehung des Mondes. Die Ergebnisse werden dabei tausendfach genauer sein, als die bisheriger Messungen. Vor allem über die erdabgewandte Seite des Mondes wird viel Neues in Erfahrung zu bringen sein.

In einem nationalen Wettbewerb unter tausenden von Schülern wurden übrigens im Januar 2012 Namen gesucht für die beiden Sonden und die 4. Klasse einer Grundschule gewann. Die Sonde GRAIL-A heißt nun »Ebb«, die Sonde GRAIL-B wurde zu »Flow«, ein schöner Bezug zu Ebbe und Flut, die vom Mond verursacht werden.

Das ganze Projekt kostet übrigens schlappe 496 Millionen Dollar – auch nicht von schlechten Eltern ;-)

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